31.03.2026
Gerade wird eine Abschaffung des Ehegattensplittings diskutiert. Der Bund der Steuerzahler e.V. (BdSt) sieht das kritisch. Seiner Meinung nach käme die Abschaffung einer Steuererhöhung durch die Hintertür gleich.
Der häufig geäußerten These, das Splitting halte vor allem Frauen von einer Erwerbstätigkeit ab, widerspricht der BdSt. Schließlich sei die Wahl der Steuerklassen eine bewusste Entscheidung von Ehepaaren. Zudem beeinflusse die Steuerklassenkombination lediglich die monatlichen Vorauszahlungen – die tatsächliche Steuerlast werde erst im Rahmen der Jahresveranlagung festgelegt. Dass Steuerklassenwahl und Ehegattensplitting in der politischen Debatte häufig vermischt werden, sieht der BdSt problematisch: Wer beides gleichsetzt, verkenne grundlegende steuerliche Zusammenhänge.
Statt das Splitting infrage zu stellen, fordert der BdSt gezielte Reformen an anderer Stelle. Diskussionsbedarf sieht er vor allem bei der kostenlosen Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung – das könne Fehlanreize setzen, zum Beispiel dann, wenn Minijobs gegenüber sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung bevorzugt werden. Auch die Kombination aus Minijob und beitragsfreier Mitversicherung sollte aus BdSt-Sicht überdacht werden. Der Verein bringt als Alternative eine Ausweitung von Midijobs mit reduzierten Sozialabgaben ins Spiel.
Bund der Steuerzahler e.V., PM vom 25.03.2026